Mittwoch, 9. März 2016

Kapitel 7

 Keiner von beiden sprachen, als sie durch die Nacht fuhren. Trotz seines Kopfschmerzes konnte Ulrich nicht schlafen: Ihm drehte sich alles im Kopf und er versuchte ohne Erfolg, alles zu verstehen. Was war Hans’ Rolle in diesem Fall? Wo gehen sie jetzt? Hans hatte verweigert, etwas zu erklären; er sagte nur, dass Ulrich bald alles ausfinden würde. Dann verstummte er, und sein Gesicht, das normalerweise munter und unbesorgt war, wurde ernst und entschlossen.

Jetzt war es halb vier in der Früh. Sie hatten für neunzig Minuten gefahren und Ulrich erkannte nicht, weder wo sie waren, noch wo sie gingen. Hans hat das Radio früher angedreht und es spielte klassische Musik, vielleicht von Schubert. Ulrich fing an, ungeduldig zu werden.

„Sind wir schon da?“ fragte er.
„Wir kommen voran,“ beantwortete Hans, ohne Hans zu blickend.

Ulrich atmete tief durch und starrte in die Dunkelheit. Die Augen fielen ihm vor lauter Müdigkeit zu. Als er fing an, einzuschlafen, brachte Hans den Wagen sofort zum Halten. Ulrich wurde wachrüttelte. Er öffnete die Augen und sah, dass sie vor einem kleinen Haus waren. Eine trübe Lampe baumelte vor der Tür von dem Haus – sie war das einzige Licht, das Ulrich sehen konnte. Die Luft war still und schweigend und Nebelschwanger.

Hans nahm sein Handy und anwählte eine Telefonnummer. Eines der Lichter im Haus wurde angedreht.

„Wir sind da,“ sagte Hans.
„Ok, ich bin bereit,“ sagte die Stimme am Telefon. Es war die Stimme von einer Frau, und die Stimme klang vertraut.

Hans kehrte sich zu Ulrich und sagte mit einem leichten Lächeln, „Entschuldigung, dass ich so heimlichtun bin. Wenn es nach mir ginge, hätte ich dich alle schon erklären. Leider bin ich nicht der Chef und ich musste dich hier bringen. Aber im Haus kannst du alles fragen und wirst du alles verstehen. Gehen wir jetzt.“

Sie gingen langsam in die Dunkelheit nach der Tür. Sobald sie an die Tür kam, klopfte Hans an die Tür. Ulrich sah einen Schatten, der hinter dem Guckloch vorbeiginge. Die Tür öffnete.


„Julia?!“ keuchte Ulrich.

Forsetzung folgt...

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jdm. dreht sich alles im Kopf: (somebody's) head is spinning
verstummen -- to fall silent
ungeduldig -- impatient
tief durchatmen -- to take a deep breath
trübe -- dim
baumeln -- to dangle
Nebelschwanger -- heavy with fog
keuchen -- to gasp
das Guckloch -- peephole

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