Freitag, 11. März 2016

Kapitel 8

Hans brachte Ulrich in das Haus und ging wieder weg. Im Haus befanden sich nur Ulrich und Julia, die vor einer Woche ein Ehepaar waren. Ulrich schaute sich das Haus um. Der Raum war düster, weil es nur ein Licht gab, aber bald bemerkte Ulrich einige Hemden und eine Krawatte. Geht Julia fremd…? Ihm war schwindelig. Er hatte so viele Fragen, dass er wusste nicht, mit welcher zu beginnen. 

„Du bist sicher hier,“ brach Julia das Schweigen. Ihre vertraute Stimme beruhigte Ulrich ein bisschen, aber sein Kopf wurde noch mit Fragen ausgefüllt - in einer Nacht ist ihm zu viel passiert. Obwohl er eine erfahrene Polizei war, die tausend seltsame und gefährliche Fälle gelöst hatte, war er jetzt konfus. Sein Kopfschmerz tat ihm weh und seine Müdigkeit hielt ihn davon ab, über diese Ereignisse nachzudenken.

„Wo sind wir denn?“ begann Ulrich mit einer leichten Frage.
„Twann.“

Twann? Dieser Ortsname klang Ulrich vertraut. Dann erinnerte er sich daran, dass Julia immer in diese kleine Stadt reisen wollte, aber Ulrich war immer so beschäftigt und er hatte nie genug Zeit dafür. Ein Krach von dem Motor, der von außerhalb kam, unterbrach seinen Gedanke.

„Gibt es andere Leute hier?“ sagte Ulrich wachsam.

„Nein, es ist nur Hans; er brachte dein Auto, dein blaues Mercedes.“ sagte Julia, „ Jetzt gib mir den Brief und dann kannst du zurückgehen.“

„Warum willst du den Brief? Was ist los mit dir, mit alle diesen Seltsamkeiten? Sag mir, Julia.“ Ulrich war total verwirrt. Vor einer Woche war Julia noch die Person, der er am besten vertraute, aber jetzt wurde sie so geheimnisvoll, als ob Ulrich sie nie kennen würde.

„Gib mir den Brief, Ulrich, ich bitte dich,“ sagte Julia, „Siehst du nicht, dass sie eine schnelle Lösung finden wollen? Sie wollen dich umbringen und ich will dich vor ihnen schützen!“

„Ihnen? Wer sind sie denn?!“

Julia schwieg. Sie seufzte und sah zögernd aus. Ein paar Minuten später entschloss sie sich endlich, alles ihm zu erzählen, aber plötzlich hörten sie beide einen Schussknall.

„Raus! Steig in dein Auto ein und geh weg!“

Forsetzung folgt…

sich umschauen - to look around
fremdgehen - to be unfaithful, to cheat on
jemanden von etw. abhalten - to prevent someone from doing sth.
unterbrechen - to interrupt
seufzen - to sigh
der Schussknall - (the sound of) gunshot

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